Januar 2003 > mehr verdienen > Jobbörse jobApple.de
 
jobApple.de - die Jobbörse für Frauen ist nun doch wieder eine ganz normale Jobbörse für Jedermann
Von Marion Wanzke
 

Unter www.jobApple.de befand sich von März bis September 2002 eine neue Online-Recruitingbörse nur für Frauen.

Jobbörsen im Internet sind gewiss nichts Neues, aber eine Börse speziell für Frauen - etwas Vergleichbares gab es bisher nur in Frauennetzwerken, wie z.B. bei den webgrrls oder als Unterrubrik in Online-Frauenzeitschriften, wie z. B. "Brigitte" und "Freundin". Zwar beschäftigen sich Frauennetzwerke und Online-Frauenzeitschriften auch mit dem Thema Stellensuche, aber das ist nur eines von vielen anderen interessanten, notwendigen und hilfreichen Themen, so dass uns Frauen eine reine Jobbörse bisher gefehlt hat.

Bei jobApple.de wurden nicht nur die klassischen "Frauenberufe" wie Sekretärinnen, Assistentinnen, Krankenschwestern, etc. angeboten, sondern alles, angefangen von der Account Managerin über die Mediaberaterin bis hin zur Geschäftsführerin. Es waren ganz normale Stellenausschreibungen, die sich ausschließlich an Frauen richteten. Die Frage, weshalb nicht schon viel früher jemand auf die Idee gekommen ist, eine Frauen-Jobbörse zu starten, bleibt bislang leider unbeantwortet. Jedenfalls wird es höchste Zeit, dass sich auch auf dem Gebiet der Jobsuche eine Art "Wandel zum Wohle der Frau" vollzieht, denn laut einer Studie nutzten Frauen das Internet bisher zwar gleich stark wie Männer, in den Online-Jobbörsen seien durchschnittlich aber nur acht Prozent der Stellensuchenden weiblich.

Der Webauftritt von jobApple.de konnte sich wirklich sehen lassen. Kein Wunder, denn die Gründer dieser innovativen Jobbörse, Roland Franke und Volker Wenner, sind ehemalige Manager von Monster.de. Bei jobApple.de konnten stellensuchende Frauen ihre Lebensläufe kostenlos hinterlegen und sich die Angebote, die ihrem Profil entsprachen, per E-Mail zuschicken lassen und in den Top-Jobs oder den News herumstöbern, in denen es selbstverständlich um Frauen und Karriere ging. Im Bereich Lifestyle fand frau außerdem Artikel über Trends, Reisen, Gesundheit und alles, was Frauen so bewegt und interessiert. Frau konnte aber auch gleich gezielt nach Stellenangeboten suchen, die dort von Arbeitgebern in der Datenbank veröffentlicht wurden.

Nach einer kurzen Wartungsphase (die beinahe ganze 2 Monate dauerte!), in der geringe "Umbauarbeiten" statt fanden, steht jobApple nun seit dem 13. September 2002 wieder zur Verfügung. Leider aber nicht mehr nur für Frauen, wie ursprünglich gedacht, sondern für Jedermann. Es ist also mit dem neuen "Gesicht" zu einer ganz gewöhnlichen Jobbörse wie eine unter vielen geworden.

Die HR4YOU Solutions GmbH & Co. KG übernahm den Stellenmarkt von den bisherigen Betreibern, die ihre Aktivitäten eingestellt haben. Zukünftig soll jobApple nun Frauen und Männer gleichermaßen ansprechen. Die Lifestyle-Ecke wird es auch weiterhin geben. Alle bestehenden Arbeitgeber-Accounts und E-Mail-Accounts wurden durch die Übernahme gelöscht. Die User sind somit aufgefordert, ihre Accounts neu anzulegen.

Wenn man die ursprüngliche Version von jobApple nur für Frauen mit den ganz großen Jobbörsen wie Monster.de oder Jobpilot.de vergleicht, waren zwar nicht allzu viele Stellenangebote online, aber es war anzunehmen, dass sich das sicherlich mit höherem Bekanntheitsgrad sehr schnell geändert hätte. Wenn frau erst einmal von dieser einzigartigen Jobbörse erfahren hätte, wäre sicher, dass sie sehr zahlreich diese Website gestürmt hätten. Hätte dies die Revolution im Online-Stellenmarkt sein können? Oder die "Emanzipation des Internetstellenmarktes" darstellen können? Ich hätte es den Betreibern von jobApple.de gewünscht, bzw. den Frauen, die jobApple benutzt hätten.

Hätte jobApple vielleicht sogar den ganz Großen, wie z.B. Monster.de, Jobpilot.de, Stellenmarkt.de, und wie sie alle heißen, den Rang in der Frauenwelt ablaufen können? Man weiß es nicht. Roland Franke war jedenfalls anfangs zuversichtlich und wünschte sich bis Ende 2002 durchschnittlich eine Million Besucherinnen monatlich.

Wie gut jobApple.de bei den Userinnen tatsächlich angekommen wäre, ist nun leider nicht mehr zu beantworten. Nun, da sich jobApple von anderen Jobbörsen nicht mehr unterscheidet ist es fragwürdig, wie sie sich entwickeln wird und ob mit einer großen Besucherzahl zu rechnen ist. Warten wir es ab! Vielleicht findet sich aber auch ein neuer Revolutionär oder besser eine Revolutionärin, die das alte Konzept wieder aufnimmt und eine neue Jobbörse nur für Frauen ins Netz stellt.
 

Links

jobApple.de
www.jobapple.de
Freundin
www.freundin.com
Brigitte
www.brigitte.de

Marion Wanzke

Die ausgebildete Übersetzerin und Dolmetscherin kennt den Arbeitsmarkt für Frauen als Freiberuflerin und Angestellte, u.a. im Vertrieb und als Vorstandsassistentin.
In ihrer Freizeit ist sie leidenschaftliche Tänzerin (Standard/Latein/Salsa) und geht mit Begeisterung weiteren sportlichen Aktivitäten nach.

Autorin
Marion Wanzke
Kontakt: mwanzke@web.de