Januar 2003 > weniger arbeiten > Ausstellungstipps
 
Im Museum friert man nicht
Von Katja Schwarz
 
Was tun an klirrend kalten (Sonn)Tagen? Ein Spaziergang durch den Englischen Garten ist immer schön, bedarf aber eines aufwärmenden Abschlusses. Wie wäre es mit einer Ausstellung vor dem Gang ins Café?

Im Münchner Stadtmuseum gibt es eine Retrospektive des deutschen Fotografen Stefan Moses. Er gehört zu den wichtigsten Fotografen der vergangenen Jahrzehnte und hat sich besonders durch seine Portraits hervorgetan.

In Moses Bildern spiegelt sich die soziale und kulturelle Entwicklung der Bundesrepublik, denn über einen Zeitraum von vierzig Jahren hat er unbekannte wie prominente Bürger fotografiert.
Viele der Porträtierten hat Moses vor einem neutralen grauen Hintergrund abgelichtet; damit löst er die Aufgenommenen aus der gewohnten Umgebung und hebt deren Individualität hervor.

Das Fotomuseum, welches das Moses-Archiv 1995 erworben hat, zeigt eine Auswahl von 220 Fotografien, die in zehn Kapitel gegliedert sind. Diese Kapitel zeichnen die Lebensstationen des Fotografen nach; zugleich kreisen sie um das Lieblingsthema von Stefan Moses: die Deutschen.

Zum Beispiel die Serie "Die großen Alten": Hier fotografierte Moses Politiker, Schriftsteller und Künstler - und zwar allesamt im Wald, was den Aufnahmen eine gewisse Magie verleiht. Eine andere Reihe zeigt Selbstporträts von Philosophen und Denkern vor einem Spiegel; eine weitere umfasst Portraits von Ostdeutschen vor und nach der Wiedervereinigung.

Von sensibler Menschenkenntnis zu barocker italienischer Pracht:

Üppig und voller Farben präsentiert sich eine Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung: Stille Welt - Italienische Stilleben zeigt Werke von Arcimboldo, Caravaggio und anderen italienischen Meistern.
Opulente Arrangements von Früchten und Blumen zeigen die Schönheit der mediterranen Natur und enthalten doch stets einen Hauch Morbidität als Hinweis auf die Vergänglichkeit aller Dinge.

Die Veranstalter der Ausstellung haben rund 200 Gemälde aus drei Jahrhunderten zusammengestellt und möchten einen neuen Blick auf dieses Genre vermitteln, das sich deutlich von der niederländischen und französischen Stillebenmalerei unterscheidet.

Kunst nicht nur sehend, sondern auch hörend erfassen:

Begleitend zu der Ausstellung laden die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung und die Stiftung Literaturhaus zu einer Vortragsreihe ein. An drei Abenden kann man sich nicht nur über die Unterschiede zwischen italienischen und niederländischen Stilleben, sondern auch über den Umkreis Caravaggios oder die Entstehung der Ausstellung informieren.
Mit der Eintrittskarte zur Ausstellung ist der Besuch der Vorträge kostenfrei.
 

Stefan Moses - Retrospektive
»   Ausstellung
11.12.02 bis 23.02.03
Münchner Stadtmuseum /Fotomuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
 
» Öffnungszeiten
Di bis So: 10:00 - 18:00 Uhr
Mo geschlossen
 
» Eintrittspreise
EUR 2,50
ermäßigt EUR 1,50
 
» mehr Infos
www.stadtmuseum-
online.de
Stille Welt - Italienische Stilleben
»   Ausstellung
06.12.02 bis 23.02.03
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8, Perusahof
80333 München
 
» Öffnungszeiten
Täglich 10:00 - 20:00 Uhr
 
» Eintrittspreise
EUR 7,00
ermäßigt EUR 6,00 / 4,00
 
» mehr Infos
www.hypo-kunsthalle.de
Italienische Stilleben. Vorträge
»   Termine
14.01.03, 28.01.03, 11.02.03
Beginn jeweils 18:00
Platzreservierungen unter 089. 291 934 - 27
 
» Veranstaltungsort
Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München
 
» mehr Infos
www.literaturhaus-
muenchen.de
Autorin
Katja Schwarz
Kontakt: katja.schwarz@ mediella.de