| Was tun an klirrend kalten (Sonn)Tagen?
Ein Spaziergang durch den Englischen Garten ist
immer schön, bedarf aber eines aufwärmenden
Abschlusses. Wie wäre es mit einer Ausstellung
vor dem Gang ins Café?
Im Münchner Stadtmuseum gibt es eine Retrospektive
des deutschen Fotografen Stefan Moses. Er
gehört zu den wichtigsten Fotografen der
vergangenen Jahrzehnte und hat sich besonders
durch seine Portraits hervorgetan.
In Moses Bildern spiegelt sich die soziale und
kulturelle Entwicklung der Bundesrepublik, denn
über einen Zeitraum von vierzig Jahren hat
er unbekannte wie prominente Bürger fotografiert.
Viele der Porträtierten hat Moses vor einem
neutralen grauen Hintergrund abgelichtet; damit
löst er die Aufgenommenen aus der gewohnten
Umgebung und hebt deren Individualität hervor.
Das Fotomuseum, welches das Moses-Archiv 1995
erworben hat, zeigt eine Auswahl von 220 Fotografien,
die in zehn Kapitel gegliedert sind. Diese Kapitel
zeichnen die Lebensstationen des Fotografen nach;
zugleich kreisen sie um das Lieblingsthema von
Stefan Moses: die Deutschen.
Zum Beispiel die Serie "Die großen
Alten": Hier fotografierte Moses Politiker,
Schriftsteller und Künstler - und zwar allesamt
im Wald, was den Aufnahmen eine gewisse Magie
verleiht. Eine andere Reihe zeigt Selbstporträts
von Philosophen und Denkern vor einem Spiegel;
eine weitere umfasst Portraits von Ostdeutschen
vor und nach der Wiedervereinigung.
Von sensibler Menschenkenntnis zu barocker italienischer
Pracht:
Üppig und voller Farben präsentiert
sich eine Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung:
Stille Welt - Italienische Stilleben zeigt
Werke von Arcimboldo, Caravaggio und anderen italienischen
Meistern.
Opulente Arrangements von Früchten und Blumen
zeigen die Schönheit der mediterranen Natur
und enthalten doch stets einen Hauch Morbidität
als Hinweis auf die Vergänglichkeit aller
Dinge.
Die Veranstalter der Ausstellung haben rund 200
Gemälde aus drei Jahrhunderten zusammengestellt
und möchten einen neuen Blick auf dieses
Genre vermitteln, das sich deutlich von der niederländischen
und französischen Stillebenmalerei unterscheidet.
Kunst nicht nur sehend, sondern auch hörend
erfassen:
Begleitend zu der Ausstellung laden die Kunsthalle
der Hypo-Kulturstiftung und die Stiftung Literaturhaus
zu einer Vortragsreihe ein. An drei Abenden
kann man sich nicht nur über die Unterschiede
zwischen italienischen und niederländischen
Stilleben, sondern auch über den Umkreis
Caravaggios oder die Entstehung der Ausstellung
informieren.
Mit der Eintrittskarte zur Ausstellung ist der
Besuch der Vorträge kostenfrei.
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